Lexikon der Fachbegriffe

 

Ammonit
Fossil, von Laien oft als „Schnecke“ bezeichnet, gehört zu den sog. Kopffüssern (Cephalopoden).
Verbreitet vom Devon bis in die Unterkreide. Es gibt Ammoniten von mm-Größe bis zu Exemplaren von weit über einem Meter. Der Name wird von dem Gott Jupiter (H)ammon hergeleitet. Dieser wurde stets mit einem Widderhorn abgebildet, welches dem Ammoniten sehr ähnelt. Erhalten sind meist die schneckenähnlichen Gehäuse (oft pyritisiert) oder die Steinkerne in Kalksedimenten.

 

Archaeoptery lithographica
Berühmtes Fossil, ein etwa krähengroßer „Urvogel“ aus dem Solnhofener Naturstein.
Das bekannteste Exemplar ist ein Skelett mit Kopf und Abdrücken von Federn, gefunden 1877 auf dem Blumenberg bei Eichstätt, Platte und Gegenplatte befinden sich im Naturkundemuseum Berlin, man nennt es daher auch. "Berliner Exemplar".

 

Arkose
Sedimentgestein, mittel- bis grobkörnig, feldspatreich, grau, auch rosafarben oder rötlich, entstanden durch die Verfestigung verwitterten Granits. Die Körner (Klasten) sind wegen des geringen Transportweges relativ wenig gerundet.

 

Basaltlava
Alte Sammelbezeichnung für sehr poröse Gesteine von der Oberfläche eines Lavastromes

 

Belemnit
Fossil, Hartteil von Tintenfischen, verbreitet von der Trias bis ins Eozän, sehr häufig in Jura und Kreide Nordeuropas. Belemniten werden auch Donnerkeile genannt.
Der Name kommt von gr. "belemnon" = Blitz, weil man sie früher für die Produkte von Blitzeinschlägen auf der Erde hielt.

 

Bimsstein
Bimsstein ist ein häufiges Auswurfprodukt von Vulkanerstausbrüchen, meist sind es kleinere Brocken, die bereits im Fluge erstarrt sind, größere Partien zerbrechen beim Auftreffen auf den Erdboden. Name von lat "pumex" = Schaumstein, Bimsstein.

 

Bitumen
Natürliche Gemenge von Kohlenwasserstoffen, schwarz, braunschwarz, flüssig oder fest, Bitumen entsteht aus Erdölrückständen unter Sauerstoffaufnahme.

 

Brachiopode
Leitfossil des Paläozoikums, aber auch noch rezent verbreitet.
Brachiopoden (Armfüsser) sind äußerlich den Muscheln ähnlich, aber nicht mit ihnen verwandt.
Man kennt mehr als 8.000 Arten vom Kambrium bis heute.
Sie sind fossile Bestandteil vieler Sedimentgesteine., siehe auch Muschelschill.
Der Name kommt von gr. "brachion" = Arm und "podos" = Fuß.

 

Calcit
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte 3, das formenreichste, welches wir kennen. Auch Korallen und Perlen bestehen z.T. aus Calcit, er ist Hauptgemengteil aller Kalksteine und der meisten Marmore, und Bindemittel einiger Sandsteine. Name von lat. "calx" = Kalk.

 

Cephalopoden
Zoologische Klasse, fossil und rezent, zu den Cephalopoden (Kopffüssern) gehören z.B. Ammonit und Nautilus, Tintenfische, Belemniten etc. Der Name kommt von gr. „kephale“ = Kopf und „podos“ = Fuß.

 

Cordierit
Mineral, Mohshärte7-7.5, durchsichtig bis durchscheinend, blaßblau, grünlichblau, violett, bräunlich.
Oft gut ausgebildete Kristalle von prismatisch stengeligem Habitus und rechteckigem Querschnitt, auch gesteinsbildend als Nebengemengteil von Gneis und Pegmatiten.
Benannt nach dem französischen Mineralogen Pierre Luis Antoine Cordier, der das Mineral 1909 seinerseits Dichroit nannte.
Der Cordierit als Edelstein: Verschliffen wird der Cordierit sechs- oder achteckig im Treppenschliff. Wegen des starken Pleochroismus (gelb, hellblau, blauviolett) muss die Tafel exakt ausgerichtet werden, so dass der Stein auch beim Betrachten im gewünschten Blau erscheint.

 

Crinoiden
Crinoiden (Seelilien und Haarsterne) gehören zum Tierstamm der Echinodermen (Stachelhäuter). Vorkommen fossil seit dem Ordovizium bis heute. Der Name kommt von gr. „krinos“ = Lilie.
Als Fossilien sind meist die einzelnen Stengelglieder von Seelilien erhalten, oft in so großen Mengen, dass sie ganze Gesteinkomplexe bilden.

 

Dekorfelsen
Dekorative Gestaltungselemente aus Naturstein, die meist im Garten- und Landschaftsbau, gelegentlich auch im Innenbereich zum Einsatz kommen. Häufig sind Sie unbearbeitet, wie beispielsweise Findlinge oder Flussfindlinge. Daneben können Dekorfelsen auch durch Spalten oder sonstige Bearbeitungen aus einem Gesteinsverband gelöst werden.

 

Dendriten
Baum- oder farnartige Gebilde in Mineralien oder auf Spaltflächen von Gesteinen. Der Name kommt von gr. "dendron" = Baum. Dendriten bestehen meist aus Eisen- oder Manganoxiden und werden von Laien oft für versteinerte Pflanzen gehalten. Häufig sind Dendriten in den Solnhofener Natursteinplatten, aber auch in Mineralien wie Quarz, Opal etc. enthalten.

 

Diorit
Eine Gesteinsfamilie der Tiefengesteine, mittel- bis dunkelgrau, fein- bis grobkörnig. Hauptgemengteile sind Hornblende und Plagioklas; Nebengemengteile oder akzessorische Gemengteile sind die Minerale Biotit, Epidot, Hypersthen, Magnetit, Orthoklas, Pyroxene, Quarz, Titanit und Zirkon.

 

Dolomit
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte3,5-4, durchsichtig bis undurchsichtig, farblos, weiß, gelblich, rötlich, grünlichgrau. Dolomit wurde entdeckt 1791 von D. de Dolomieu (1750/1801), nach dem er auch benannt wurde.
Er ist Hauptgemengteil von Dolomitmarmor + Dolomitstein, Nebengemengteil oder akzessorisches Gemengteil vieler Kalksteine. Dolomithaltige Kalksteine und Marmore sind chemisch + mechanisch resistenter als rein calcithaltige.

 

Echinodermen
Tierstamm, fossil bis rezent, auch Stachelhäuter genannt, von gr. „echinos“ = Igel und „derma“ = Haut. Zu den Echonodermen gehören Seeigel, Seelilien, Seesterne, Haarsterne und Schlangensterne.

 

Edelstein
Sammelbezeichnung für natürliche Minerale, Gemenge, Gesteine, organische Produkte (fossil und rezent), auch Imitationen und Synthesen, welche aufgrund verschiedener Kriterien (Farbe und andere optische Eigenschaften, Härte, Seltenheit etc.) geschliffen und/oder zu Schmuck verarbeitet werden. Früher unterschied man in Edelsteine und Halbedelsteine, heute bezeichnet man sie meist zusammenfassend als Schmucksteine.

Einsprengling
Größerer, makroskopisch gut erkennbarer, meist idiomorpher Einzelkristall in feinerer Matrix von magmatischen sowie vulkanischen Gesteinen.

Feldspat
Bedeutendste Gruppe der gesteinsbildenden Mineralien, Mohshärte 6. Der Begriff ist seit etwa 1750 bekannt.
Feldspäte stellen etwa 51 Vol.-% der kontinentalen Erdkruste, sie bilden die ternäre Mischkristallreihe der Endglieder: Orthoklas i.e.S., Albit, Anorthit, die in reiner Form kaum auftreten. Die Minerale Albit, Anorthit und ihre Zwischenglieder nennt man auch Plagioklase, die Glieder zwischen Orthoklas und Albit nennt man Orthoklase.

 

Foide
Sammelbezeichnung für eine den Feldspaten nahstehende Mineralgruppe, auch Feldspatvertreter genannt..
In sehr basischen Gesteinen reicht oft der Siliziumgehalt nicht aus, um zusammen mit Kalium, Aluminium und Natrium die Feldspate zu bilden. Es bilden sich dann die Foide. Der Name ist eine Abkürzung des engl. Ausdrucks "Feldspatoid" = Feldspatvertreter.

 

Foidit
Eine Gesteinsfamilie der vulkanischen Gesteine, mit mehr als 60% Foiden, daher der Name. Foidite typische Schlotmaterialien.

 

Foraminiferen
Winzige, ein- oder mehrkammerige Meerestierchen (auch Kammerlinge genannt). Vorkommen vom Kambrium bis heute. Aus ihren Kalkschalen bilden sich hauptsächlich Kalkablagerungen im Meer, z.B. die Kreidefelsen von Rügen und Dover. Der Name kommt von lat. "foramen" = Loch.

 

Fossil
Erhaltener Rest von Tieren oder Pflanzen, des Vor-Holozän (älter als 10.000 Jahre).
Name von lat. "fodere" = graben. Fossilien treten in verschiedenen Formen auf, man kann differenzieren: Körper-Fossil, Abdruck, Steinkern, Skulpturensteinkern, Spurenfossilien. Die wohl bekanntesten Fossilien sind Ammoniten und Belemniten ("Donnerkeile"). Die häufigsten Fossilien in Gesteinen sind Muschel- und Brachiopoden-Reste sowie Nummuliten, Schwämme, Korallen und Algen.

 

gegen das Lager geschnitten
Fachbezeichnung für Natursteine, die gegen das natürliche Lager aus dem Rohblock geschnitten wurden. Die Sägerichtung bei Steinen mit einer gerichteten Lagerung hat entscheidenden Einfluss auf das optische Erscheinungsbild. So sieht man beim Sägen gegen das Lager meist ein Streifen- oder Bänderdekor, beim Sägen im Lager entstehen Wolken- oder Blumen-Dekore.

 

Geröll
Gesteinsbruchstücke von geringer Große, vom anstehenden Gestein durch Verwitterung gelöst, durch Wasser transportiert und zusammengeschwemmt. Gerölle sind mehr oder weniger gerundet.
Anhäufungen bezeichnet man als Schotter oder Kies, verkittetes Geröll nennt man Konglomerat (gerundete Gesteinsbruchstücke) oder Breccie (kantige Gesteinsbruchstücke).

 

gesägte Oberfläche
Bearbeitete Oberfläche von Naturstein, meist sind Sägespuren sichtbar, entweder nahezu parallel (durch Sägen im Gatter oder mit Stahlseilen), oder bogenförmig (durch Sägen mit der Kreissäge).

 

geschliffene Oberfläche
Sammelbezeichnung für diverse Oberflächenbearbeitungen von Naturstein, Bandbreite reicht von grob bis feingeschliffen, häufige Schliffe C120, C220, zur Herstellung oftmals mehrere Schleifgänge mit unterschiedlichen Körnungen erforderlich

 

Glaukonit
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte2-3, grün, blau-, gelblichgrün, grünlichschwarz, Name von von gr. "glaukos" = bläulich, "konis" = Staub. Glaukonit gehört zur Glimmergruppe, entsteht sedimentär im Meerwasser und ist häufig farbgebendes Nebengemengteil vieler Kalksteine, Mergel, Sandsteine und Schiefer.

 

Glimmer
Gruppe blätteriger, gesteinsbildender Mineralien, Schichtsilikate, die bekanntesten sind Biotit, Fuchsit, Glaukonit, Muskovit, Phlogopit, Serizit. Glimmer bilden etwa 5 Vol.-% der kontinentalen Erdkruste.

 

Goniatiten
Fossile Ordnung jungpaläozoischer Ammoniten, wichtiges Leitfossil.

 

Granit
Eine Gesteinsfamilie der Tiefengesteine, richtungslos, hell, mittel- bis grobkörnig. Der Name kommt von lat. "granum" = Korn, weil die einzelnen Gemengteile auskristallisiert und mit bloßem Auge gut erkennbar sind. Feldspäte und akzessorische Gemengteile sind farbbestimmend.
Hauptgemengteile sind Feldspat, Quarz und Glimmer (schon Goethe sagte: „die drei vergeß' ich nimmer“.

 

Granodiorit
Gestein, gehört zur Gesteinsfamilie Granit. Granodiorit ist immer dunkler als Granit, meist fein- bis mittel-, selten grobkörnig.
Hauptgemengteile sind die Minerale Quarz, Oligoklas, Alkalifeldspat, Hornblende, Biotit.

 

Grauwacke
Ein stark verfestigter, meist grünlichgrauer Sandstein, besteht aus min. 25 % Quarz- und Feldspattrümmern, organischer Substanz, sowie aus Fragmenten anderer Gesteine (Lithoklasten) in der für Grauwacke typischen Matrix (15 - 75%) von Tonmineralien, Glimmer und Chlorit. Der Name (seit um 1780) kommt von dem Bergmannsausdruck "Wacke" = Stein.

 

Hämatit
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte5,5-6,5, undurchsichtig, schwarz, rotbraun, schwarzgrau, stahlgrau-metallisch.
Hämatit ist ein wichtiges Eisenerz (Eisengehalt um 70%). Der Name kommt von griech "haima" = Blut, da das Schleifwasser blutrot wird. Hämatit ist akzessorisches Gemengteil vieler Gesteine, dort meist für die rote Farbe verantwortlich.

 

Hochglanzpolitur
Feinste, glänzende Bearbeitung von Naturstein-Oberflächen, bringt die Farbtiefe des Steins am besten zur Geltung. Die Rauheiten des Feinschliffs werden durch die Politur beseitigt.
Naturwerksteine werden meist auf Automaten poliert, Kalkgesteine oft mit ätzenden Zusätzen, um den Vorgang zu beschleunigen.

 

Hornblende
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte5-6, durchscheinend bis undurchsichtig, braungelb, grün, schwarz, gehört zu den Amphibolen.
Hornblende ist Hauptgemengteil in Andesit, Basalt, Diorit, Granit, Granodiorit, Phonolith, Syenit und Trachyt.

 

Hydrozoen
Klasse der Nesseltiere (Quallen, Medusen etc), fossil bis rezent.

 

Ichthyosaurier
Eine Gruppe ausgestorbener Meeres-Reptilien des Erdmittelalters. Name von gr. „ichthys“ = Fisch und „sauros“ = Echse. Ichthyosaurier waren lebendgebärend, man weiß das von Fossilienfunden, bei denen Jungtiere im Mutterleib gefunden wurden. Weltberühmt sind die Ichtyosaurier aus dem Holzmadener Posidonienschiefer, bei denen sich sogar die Haut erhalten hat.

 

im Lager geschnitten
Fachbezeichnung für Natursteine, die parallel zum natürlichen Lager aus dem Rohblock geschnitten wurden. Die Sägerichtung bei Steinen mit einer gerichteten Lagerung hat entscheidenden Einfluss auf das optische Erscheinungsbild. So sieht man beim Sägen gegen das Lager meist ein Streifen- oder Bänderdekor, beim Sägen im Lager entstehen Wolken- oder Blumen-Dekore.

 

Kalkarenit
Sammelbezeichnung für kompakte, meist hellgraue bis dunkelgraue Kalkgesteine, aufgebaut aus sandkorngroßen Kalkpartikeln. Die durchschnittliche Partikelgröße beträgt 0,063 - 2 mm, die Partikel sind mit bloßem Auge erkennbar.

 

Kalkstein
Eine Gesteinsfamilie der Sedimentgesteine aus überwiegend Calcit, weiß, beige, gelb, rosa, rot, braun, grau, schwarz. Gelbe und braune Farbtöne werden verursacht durch Limonit, rote und rötliche durch Hämatit, graue und schwarze durch Graphit. Kalksteine können im Meer entstehen (marine Bildung), in Seen (limnische Bildung) oder durch Kalkausfällungen in Quellgebieten.

 

Karbonat
Sammelbezeichnung für die Salze der Kohlensäure.
Als gesteinsbildende Minerale erwähnenswert sind Calcit und Dolomit.

Konglomerat
Eine Gesteinsordnung der Sedimentgesteine. Konglomerate bestehen aus Rundschotter (über 50% der Korngrößen über 2 mm), eingebettet in eine feinere Matrix. Der Name kommt von lat. "conglomerare" = zusammenballen.

 

Korallen
Das innere Kalkgerüst der verschiedenen Korallenpolypen, fossil bis rezent. Der Name kommt von gr. "kuralion" , "korallion" = Koralle. Korallen bestehen aus Calcit, Magnesium und etwas organischer Substanz, sie sind undurchsichtig, weiß, rosa, rot, schwarz, braun, blau. Bis 1726 waren der Ursprung von Korallen Gegenstand phantasievoller Legenden (verfestigter Blutstropfen der Medusa etc.), dann erst erkannte der französische Arzt PEYSONNEL sie als Teil von Meerestieren. Korallen bilden oft mächtige Gesteinsschichten (Koralleriffkalke).

 

Lava
Sammelbezeichnung für ausgeflossene und an der Erdoberfläche erstarrte vulkanische Gesteine.

 

Leucit
Mineral, Mohshärte5,5-6, durchsichtig bis undurchsichtig, weiß, farblos, gelblichgrau, rötlichgrau, gehört zu den Foiden. Der Name kommt von gr. "leukos" = weiß. Leucit ist auffallender Hauptgemengteil oder Nebengemengteil vieler kieselsäurearmer vulkanischer Gesteine.

 

Liesegangsche Ringe
Meist konzentrische Bänder aus Eisenoxiden, entstanden durch Diffusion von eisenhaltigen Lösungen in ein Gestein oder Mineral. Benannt von Wilhelm Ostwald nach dem Chemiker Raphael Liesegang, (1669 bis 1947), der dieses Phänomen 1896 beschrieb.

 

Limonit
Dichte Gemenge der Minerale Goethit + Lepidokrokit und/oder Hydro-Hämatit), undurchsichtig, ockergelb, bräunlichgelb, braun, mit schwankendem Wassergehalt. Limonit ist ein wichtiges Eisenerz (Eisengehalt um 60%) und farbgebender Bestandteil sehr vieler Natursteine
Der Name kommt von gr. "leimon" = Rasen, "limnion" = kleiner See oder lat. "leimus" = Sumpf.

 

metamorphes Gestein
Ehemalige Sedimentgesteine oder Tiefengesteine, welche durch Metamorphose (gr. metamorphosis" = Verwandlung) in Mineralbestand und Gefüge verändert wurden.

 

Mineral
Homogener, meist fester, kristalliner, auch amorpher anorganischer Grundbaustein der natürlichen Materie.
Name von lat. "aes minerale" = Grubenerz. Minerale werden allgemein nach H. STRUNZ, ihrem Chemismus gemäß,  eingeteilt in 9 Klassen (Elemente, Sulfide, Halogenide, Oxide + Hydroxide, Silikate, Phosphate, Sulfate, Karbonate, Borate + Nitrate). Sie treten meist, aber nicht zwangsläufig als von ebenen Flächen begrenzte Körper (Kristalle) auf.

 

mit dem Lager geschnitten
Fachbezeichnung für Natursteine, die parallel zum natürlichen Lager aus dem Rohblock geschnitten wurden. Die Sägerichtung bei Steinen mit einer gerichteten Lagerung hat entscheidenden Einfluss auf das optische Erscheinungsbild. So sieht man beim Sägen gegen das Lager meist ein Streifen- oder Bänderdekor, beim Sägen mit dem Lager entstehen Wolken- oder Blumen-Dekore.

 

Muschelschill
Anhäufungen von Muschel- bzw. Brachiopoden- oder Schneckenschalen, bzw. –Fragmenten. Derartige Gesteine nennt man Muschelkalk oder Schillkalk.

 

Nephelin
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte5,5-6, durchsichtig bis undurchsichtig, farblos, weiß, grau, grünlich, rötlich oder braun, gehört zu den Foiden.

 

Nest
Ansammlung von Mineralien im Gestein, entweder als Ausscheidung oder Fremdgesteins-Einschluss, welche die übliche Verteilung weit übertrifft. Nester von schwarzen Mineralen in Tiefengesteinen können Größen von einigen Zentimetern bis zu einem Meter oder mehr erreichen.

 

Phyllit
Ein spaltbares, metamorphes Gestein aus Tongestein (geringer Metamorphosegrad). Der Name kommt von gr. "phyllon" = Blatt, weil sich das Gestein oft zu hauchdünnen Blättchen spalten läßt. Oft deutlicher Seidenglanz. Hauptgemengteile sind die Minerale Serizit und Quarz.

 

Plagioklas
Sammelbezeichnung für die gesteinsbildenden Minerale der Mischkristallreihe zwischen Albit und Anorthit (Na-Feldspat und Ca-Feldspat). Der Name kommt von gr. "plagios" = schief und "klasis" = Spaltung, also "schief spaltend". Plagioklase bilden etwa 39 Vol.-% der kontinentalen Erdkruste.
Plagioklas ist Hauptgemengteil in Tiefengesteinen, vulkanischen- und metamorphen Gesteinen und Nebengemengteil in Sedimentgesteinen.

 

Quarz
Gesteinsbildendes Mineral, Mohshärte7, durchsichtig bis undurchsichtig, farblos, und nahezu in allen Farben.
Die Quarz-Gruppe ist eine der vielseitigsten im Mineralreich. Der Name kommt von deutsch "quarzen" = knarren, ein lautmalerischer Begriff, der das Geräusch beim Abbau des Quarzes beschreibt, auch evtl. vom slawischen "twardy" = hart. Quarze bilden etwa 12 Vol.-% der kontinentalen Erdkruste. Quarz ist Hauptgemengteil vieler Gesteine (Granit, Grauwacke, Quarzit, Rhyolith, Sandstein, Tonalit etc. ), und Nebengemengteil oder akzessorischer Gemengteil in fast allen anderen Gesteinen.

 

Restite
In Graniten, Pegmatiten und Migmatiten vorkommende, meist angeschmolzene Reste von Fremdgesteinen.

 

rezent
Paläontologischer Fachbegriff für Reste von Tieren oder Pflanzen, welche jünger sind als etwa 10.000 Jahre. Der Name kommt von lat. „recens“ = frisch. Alles was älter ist, nennt man „fossil“.

Rippelmarken
Wellige Struktur in klastischen Sedimentgesteinen, meist Sandsteinen, entstanden durch Wasserbewegung oder Wind.

 

Sandstein
Eine Gesteinsfamilie der Sedimentgesteine die Größe der Partikel (Klasten) beträgt 0,063 - 2 mm, sie bestehen fast ausschließlich aus Quarz, ( min. 75%, sonst spricht man von Arkose, bzw. Litharenit ). Sandstein entsteht an Land durch Flüsse, in Seen, an Meeresküsten. Als Zementationsmittel findet man Calcit, Chlorite, Eisenoxide, Tonminerale, aber auch Kieselsäure ( Quarz ). Man unterscheidet im wesentlichen drei Bindungsarten, die carbonatische Bindung, die quarzitische Bindung und die tonige Bindung. Diese Bindungsarten können sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander vorliegen. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn innerhalb einer Handelssorte sowohl tonige als auch quarzitische Bindungen auftreten.
Politur von Sandsteinen ist nur in Ausnahmefällen möglich.

 

Schiefer
Umgangssprachliche Bezeichnung für alle durch Schieferung plattig ausgebildete Gesteine.
Der Name kommt von gr. "schizo" = ich spalte, von der indogermanischen Wurzel "skei" = spalten. Die meisten der so bezeichneten Gesteine sind Tonschiefer bzw. Tonsteine. Verwendung spaltrauh zu Dach-, Wand- und Bodenplatten.

 

Schwämme
Tiere aus dem Stamm der Schwämme, fossil bis rezent.

 

Sedimentgestein
Eine Gesteinsgruppe. Es sind durch Verwitterung, Abtragung und/oder Ablagerung entstandene Gesteine (fest oder locker), lat. "sedere" = sich absetzen. Die wichtigsten Sedimentgesteine sind Kalkstein. Sandstein, Travertin.

 

Selbergit
Ein vulkanisches Gestein, 30% Alkalifeldspat, etwas Na-Pyroxen, Rest Hauyn, Leucit, Nephelin, Nosean. Das Volumen der Einsprenglinge ist größer als das der Matrix. Benannt nach der Typlokalität Selberg in Deutschland.

 

Tephrit
Eine Gesteinsfamilie der vulkanischen Gesteine, dunkel, feinkörnig, kompakt, tuffig, porig, bis schwimmfähig. Tephrite bestehen hauptsächlich aus Foiden, Plagioklas und Pyroxen, niemals ist Quarz vorhanden. Der Name kommt von gr. "tephra" = Asche.

 

Tiefengestein
Eine Gesteinsklasse der magmatischen Gesteine. Es handelt sich um große Magma-Massen welche in Tiefen von 1-10 km in die Erdkruste eingedrungen und dort erstarrt sind. Es entstehen riesige, mittel- bis grobkörnige Gesteinskomplexe (Plutone), benannt nach Pluto, dem Gott der Unterwelt.

 

Tonstein
Diagenetisch verfestigter Ton, Korngrößen unter 0,02 bis 0,03 mm. Grau, grün, rot, braun oder bunt.
Tonsteine bestehen hauptsächlich aus Tonmineralien und geringeren Mengen von Feldspat, Quarz und Glimmer.

 

Tubiphyten
Kleine flockenartige, weiße Gebilde in Kalksteinen, möglicherweise von Algen verursacht.
Charakteristisch für die Kalksteine des Jura.

 

Tuff
Ein vulkanisches Sedimentgestein, fein-, grob-, oder gemischtkörnig, Gesteinsfragmente bis etwa 64 mm. Verfestigt durch Druck oder Zementation, beliebter lokaler Baustein, bergfrisch ist er weich und leicht zu sägen, er härtet dann an der Luft aus. Tuff ist der Baustein der antiken Städte Pompeji und Herculaneum.

 

Turmalin
Mineral, Sammelbezeichnung für eine vielfarbige Gruppe von Mischkristallen, Mohshärte7-7.5, durchsichtig bis undurchsichtig, farblos, rosa, rot, braun, gelb, blau, grün, schwarz, mehrfarbig.
Der Name kommt angeblich aus dem Singhalesischen, "turamali", ist dort eine Bezeichnung für rote Schmucksteine. Turmalin ist Nebengemengteil und akzessorischer Gemengteil in manchen Gesteinen.
Turmalin als Edelstein: Durch seine relativ hohe Härte ist er als Schmuckstein gut geeignet. Durch Druck oder elektrische Aufladung kann der Turmalin, ähnlich wie der Bernstein, kleine Stäubchen, Ascheteilchen etc. anziehen, daher auch sein alter Name "Aschenzieher". Er ist überaus vielfarbig (alle Farben), es gibt mehr als 50 Nuancen auf, auch nicht selten mehrfarbige Steine.

 

vulkanisches Gestein
Eine Gesteinsklasse der magmatischen Gesteine, an der Erdoberfläche erstarrt. Die so gebildeten Gesteine sind höchst unterschiedlicher Natur. Oft dichtes Gefüge, manchmal porphyritische Struktur, auch blasig, schaumig oder verfestigtes Lockergestein (Tuff).

 

Xenolith
Fremd- oder Nebengesteinsbruchstück, eingeschlossen in Magmatiten.
Der Name kommt von  gr. "xenos" = Fremdling und  "lithos" = Stein.

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